SJMM (von Xaver Dill)

Geschrieben von Beat Spielmann Montag, den 07. April 2014 um 16:45 Uhr
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Bericht SJMM vom 5 April 2014:
(von Xaver Dill) 

Die Morgenrunde verlief für Riehen 1 sehr erfreulich, es schaute ein 4:0 heraus!
SG Riehen 1- Aarau West 1 4:0
Stockert, Laurids- Barth, Can-Elian 1:0
Hunter, Damian - Karpatchev, Nikita 1:0
Dill, Xaver- Kwiatowski, Antoni 1:0
Barnicol, Georges- Tschopp, Olivier 1:0
Als erstes gewann Georges Barnicol, der seinen jungen, turnierunerfahrenen Gegner nach sieben
Zügen Matt setzte (der berühmte schwache Punkt f7...). Wenig später konnte ich den ganzen Punkt
heimbringen. Mein ebenfalls sehr junger Gegner eröffnete sehr, sehr unorthodox (e4 c5 b4).
Ich nahm den geschenkten Bauern mit, um dann nach 7 Zügen mit einer Qualität mehr dazustehen.
Sein König wurde dann Opfer meiner gut koordinierten Figuren. Dann vermeldete auch Damian
den ganzen Punkt. Auch hier spielte der Aarauer unorthodox und liess sich bei heterogenen
Rochaden einen Doppelbauern auf f6 verpassen. Dann übersah er eine Gabel und wurde seine
Schöne los, und so blieb nur noch die weisse Schönheit auf dem Brett, die aber zum Biest wurde
und den König wenige Züge später niederstreckte. Zuletzt hatte Laurids am ersten Brett das einzig
Orthodoxe an diesem Wettkampf, und zwar ein orthodoxes Damengambit. Bald einmal mit besserer
Stellung hatte auch er nach 12 Zügen einen Klotz mehr; nach 21 Zügen kam noch die Dame hinzu
und der Gegner hatte genug vom hässlichen Treiben.


Riehen 2- Kobra Solothurn 2:2
Joel Fleury- Joel Domke 1:0! (etwa 300 Elopunkte mehr ..)
Erik Mehrle- Oliver Angst 0:1
Shreyas Sriram- Melissa Ortegon remis
Evelyne Wyder- Jill Hofer remis
Brett 1: Joel Fleury ( Birsecker Junior!) stand in einer französischen Stellung sehr kritisch, sein
Gegner hatte wohl einen vernichtenden Angriff, er blieb jedoch cool, verteidigte gut, und sein
Gegner fand nicht immer die besten Züge. So konnte er am Schluss in ein gewonnenes
Bauernendspiel abwickeln, Congrats!
Brett 2: Erik wurde mit der ihm noch unbekannten Philidor-Eröffnung konfrontiert. Die Eröffnung
spielte er dann auch ein wenig zu passiv. Dann kamen aber seine praktischen Fähgkeiten zum
Vorschein und er spielte gut. Leider verpasste er dann den entscheidenden Gewinnzug, nachdem er
einen Klotz mehr gehabt hätte. So überspielte ihn dann der elostärkere Gegner halt doch noch und
Erik verlor.
Brett 3: Shreyas kämpfte gegen das starke Bauernzentrum. Beim Sprengungszug e5 sah er nicht,
dass dieser Bauer einfach fiel. Schlussendlich konnte er dann ein Turmendspiel gegen die 2
verbundenen Freibauern noch remis halten.
Brett 4: Evelyne verlor zwar bald einen Bauern, kämpfte aber trotzdem weiter und wurde auch
belohnt und gewann eine Figur. Diese verlor sie dann leider zurück und musste ins Remis
einwilligen.

Die Nachmittagsrunde

Riehen 1-Therwil 3 2,5-1,5
Der entscheidende Match
Laurids Stockert- Antoine Toenz remis
Damian Hunter- Max Lo Presti 0-1
Xaver Dill- Jesse Weder 1-0
Georges Barnicol- Sandro Prato 1-0
An diesem Nachmittag ging es darum, wer (voraussichtlich; der Mannschaftsleiter) das
Aufstiegsspiel bestreiten würde: Spannung war garantiert! (Es fanden sich auch Zuschauer ein, so
z.B. Jugendcoach Réne Deubelbeiss). Dass es härter als am Morgen werden würde, war klar, aber
umso motivierter waren wir. Pünktlich um 14:00 ging es los und es wurde gekämpft. Den ersten
Punkt sicherte diesmal ich: Mit Weiss hatte ich nach der Eröffnung eine gute Stellung mit
Raumvorteil und harmonischer Figurenaufstellung. Mein Gegner wollte mein Zentrum zuerst mit
Figuren bekämpfen, entschied sich dann aber für einen Bauernvorstoss nachdem sein Königsflügel
völlig figurenlos war. Nach einem strategisch ungeschickten Abtausch bekam ich mit Springer,
Läuferpaar und Dame starken Angriff. Eine kleine Kombination beendete das Massaker
schliesslich. Den nächsten Punkt holte Georges (damit war bereits ein Unentschieden gesichert). Er
spielte sein typisches e6-Sizilianisch und bekam dann bald in der Eröffnung ein tolles Zentrum.
Nach dem Damentausch hatte er leichte Vorteile, die er geduldig verwertete. Zuerst eine fiese
Fesselung, die König & Springer lähmte, dann die Bauernwalze und schliesslich der Qualitäts-
Gewinn. Super gespielt Georges! Darauf wurde am Spitzenbrett Remis vereinbart. Laurids schien
zwar in Kampfeslaune und er opferte 2 Bauern für Initiative und einem schwarzen König in der
Mitte. Es entwickelte sich ein scharfer Kampf. Als dann die Damen getauscht waren und Laurids
die Bauern zurück hatte wurde remis vereinbart. Somit war der Sieg gesichert! Als Letzter spielte
noch Damian, der eine gute Stellung hatte und auch einen Bauern gewann. Sein Gegner verteidigte
sich aber geschickt. Damian spielte kompromisslos auf Gewinn und überzog dann leider noch (und
zwar, wie René Deubelbeiss sagen würde, gegen den Riehener Angstgegner…). Trotzdem, mit
diesem Sieg haben wir eine ausgezeichnete Lage um in die Aufstiegsspiele zu kommen. Gratulation
ans ganze Team!

Riehen 2 – Aarau West 1 2:2
Joel Fleury- Can-Elian Barth 0:1
Erik Mehrle- Karpatchev Nikita 1:0
Shreyas Sriram- Antoni Kwiatoski 0:1
Evelyne Wyder- Olivier Tschopp. 1:0
Brett 1: Joel spielte wieder eine gute Partie! Er hatte einen sackstarken Freibauern auf der 7ten
Reihe und spielte die Stellung eigentlich auch gut bis zu einem Punkt, wo er ebendiesen verlor und
damit auch den Faden. Seine offene Königsstellung wurde ihm dann zum Verhängnis.
Brett 2: Erik gewann im 4. Zug eine Figur und überspielte dann seine Gegner konsequent bis er mit
einer Mehrdame mattsetzten konnte. Gratulation!
Brett 3: Über Shreyas' Partie kann ich nicht allzuviel berichten, da ich nur kurz geschaut habe. Aber
es schien mir eine Zeit lang besser für ihn (Ergänzung des Mannschaftsleiters: Wenn da nur nicht
dieses ewige Grundlinienmatt wäre!). Nun ja, so ist das Leben nun mal.
Brett 4: Evelyne spielte eine tolle Partie, überspielte ihren Gegner, gewann 2 Figuren aber.... musste
die Partie nach einem Turmverlust nochmal gewinnen und tat dies auch souverän mit einem
durchgelaufenem Bauer.
Eine sehr gelungene Doppelrunde für Riehen!

Hier folgen noch einige Partien:
Can-Elian Barth - Laurids Stockert(Damengambit, Abtauschvariante): 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sc3
Sf6 4.Dc2 e6 5. Lg5 Sbd7 6. cd5 ed5 7.e4? Ein schlechter Zug der einfach ein Tempo verliert und
Weiss mit einem Isolani verbleiben lässt ..de4 8. Se4 Lb4+ 9. Sc3 00 10. Ld3 Da5 stellt eine kleine
Drohung auf.. Schwarz steht besser
11.Sge2 Und er läuft voll rein. Jetzt ist die Stellung hoffnungslos ..Dg5 und wenige Züge später 0:1
Damian Hunter - Nikita Karpatchev ( Läuferspiel)
1.e4 e5 2.Lc4 Damians geliebtes Läuferspiel..Sf6 3.d3 Lc5 4.Sc3 00 5.Lg5 h6 6.Lh4 De8? Diesen
Zug in Verbindung mit h6 halte ich für grauenvoll. Die schwarze Stellung ist stark geschwächt
7.Lf6 gf6 8.Dg4+ Kh7 9.Sd5 Sc6??? Ein grässlicher Einsteller, der alles klarmacht 10.Sf6+ Kh8
11.Se8 Te8 12.Dh5 Kh7 13.000 Lf2 14.Lf7 hier gibt es bereits mehrere Wege zum Matt, dieser
gefällt mir persönlich aber am besten Tf8 15.Dg6+ Kh7 16.Dh6++ 1:0 Toll gespielt!
Georges Barnicol - Olivier Tschopp (Philidor-Verteidigung): 1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.d4 Lg4 (gilt als
minderwertig wegen 4.de5 Lf3 ((erzwungen, da 4.. de5 5. Dd8+ Kd8 6. Se5 einen Bauern bei
überlegener Stellung gewinnt)) 5.Df3 de5 6.Lc4 mit klarem weissem Vorteil. Paul Morphy spielte
hier eine tolle Partie mit Weiss, die wie folgt weiter ging. 6.. Sf6 7. Db3 De7 8.Sc3 c6 9. Lg5 b5 10.
Sb5! cb5 11.Lb5+ Sbd7 12. 000 Td8 13. Td7! Td7 14. Td1 De6 15. Ld7+ Sd7 16. Db8+!! Sb8 17.
Td8 ++) 4. c3 Sc6 5. Lc4 Lxf3 6. Dxf3 g6 7. Dxf7 ++ eine kleine hübsche Miniatur
Xaver Dill - Jesse Weder (Spanisch): 1.e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 Sf6 Berliner Verteidigung 4. 00
bietet den Bauern e4 an 4... d6 also doch nicht 5. Te1 Ld7 6. c3 a6 7. La4 b5 8. Lc2 Le7 9. d4 00 10.
Sbd2 mit der Drohung de5 de5 Lc6 Lc6 Se5 mit gesundem Mehrbauern 10.. ed4 11. cd4 Te8 12.
Sf1 das klassische Springermanöver 12.. Lg4 13. Le3 d5? Verfrüht, in der Folge erhalte ich zu
starken Angriff 14. e5 Se4 15. h3 Lf3?! Eine schlechte Entscheidung, denn jetzt kommt bald ein
Springer auf f5 und die Dame ist bereit für die Angriffsparty 16. Df3 Sg5 erzwungen... 17.Dg4 Sb4
wahrscheinlich unnötig 18. Lb1 der Läufer zielt noch immer auf h7 18.. Se6 in der Hoffnung auf
Gegenspiel mit c5 19. Sg3 c5 20. Sf5 mit einer tödlichen Drohung 20.. cd4? 21. Sh6+! (Weiss steht
auf Gewinn folgende Varianten sind möglich 21... Kh8 22.Sf7+ mit Damengewinn 21.. Kf8 22.Df5
droht Matt 22..gh6 23. Lh6+ Sg7 24. Lg7+ Kg7 25. Dh7+ Kf8 26.Dh8 und viele Weitere, eines
haben alles gemeinsam: Schwarz steht auf Verlust.) 21... Kf8 22. Df5 Lf6? 23.ef6 gf6 (23..g6 geht
hier nicht wegen Dg4 und nach dem Schlagen auf e3 hängt b4 mit Gewinn für Weiss!) 24.Dh7 de3
völlige Resignation 25. Df7++

Zuletzt geändert am: Montag, den 07. April 2014 um 16:56 Uhr
Beat Spielmann

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