Riehen ist Vizemeister!

Geschrieben von Bob Chessman Montag, den 20. Oktober 2014 um 08:51 Uhr
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Nach einer dramatischen Nationalliga-A-Schlussrunde wurde der ASK Réti in Winterthur zum dritten Mal nach 2011 und 2013 Schweizer Mannschaftsmeister. 22 Stunden nach der 3½:4½-Niederlage im Derby gegen Rekordmeister SG Zürich gewann Réti den alles entscheidenden Match um den Titel gegen das nach acht Runden verlustpunktlos führende Riehen mit 4½:3½. Bei Punktgleichheit der beiden diese Saison dominierenden Teams entschied ein einziger Einzelpunkt Vorsprung Rétis über die Pokalvergabe.

Nationalliga A, 8. Runde

Winterthur - Riehen 2½:5½ (Georgiadis - Milov ½:½, Jussupow - Hickl ½:½, Forster - Cvitan ½:½, Jenni - Heimann 0:1, Ballmann  - Renet ½:½, Huss - Schmidt-Schaeffer 0:1, Nuri - Toth 0:1, Schiendorfer - Brunner ½:½), Réti Zürich - Zürich 3½:4½, Luzern - Genf 3:5, Trubschachen - Neuenburg 2½:5½, Mendrisio - Schwarz-Weiss Bern 2½:5½.

Nationalliga A, 8. Runde

Riehen - Réti 3½:4½ (Cvitan - Stojanovic ½:½, Hickl - Bogner 0:1, Heimann - Marciano ½:½, Renet - Gallagher ½:½, Toth - Fontaine ½:½, Brunner - Georgiadis ½:½, Buss - Papa ½:½, Schmidt-Schäffer - Ekström ½:½), Zürich - Luzern 4½:3½, Genf - Mendrisio 6½:1½, Winterthur - Trubschachen 7½:½, Neuenburg - Schwarz-Weiss 3½:4½.

Zum Meistermacher für die Zürcher wurde Sebastian Bogner. Der in der Schweiz lebende 23-jährige deutsche Grossmeister blieb im Spitzenkampf als Einziger siegreich. Während die anderen sieben Partien allesamt remis endeten, gewann Sebastian Bogner am zweiten Brett mit Weiss gegen seinen Landsmann GM Jörg Hickl. Allerdings hätte Réti am Schluss 5:3 gewinnen müssen, denn Riehens IM Ralph Buss stand beim Stand von 4:3 für die Zürcher gegen IM Severin Papa klar auf Verlust, als er zu Recht eine dreifache Stellungswiederholung und damit ein Unentschieden reklamierte. Doch im Verlaufe des Wettkampfes hatte sich dies anders präsentiert: Andreas Heimann hatte eine Gewinnstellung, verpatzte sie jedoch ins Remis. Ralph Buss stand nach der Eröffnung besser, verpasste dann eine wichtige Fortsetzung und gab damit seinen Vorteil aus der Hand. Und Nicolas Brunner hatte eine taktisch äusserst anspruchsvolle Stellung mit den besseren Chancen, welche schlussendlich in einem Dauerschach und damit mit einem Remis endete. Alles in allem wäre das zum Titel notwendige 4-4 drin gelegen.

Tags zuvor hatte noch vieles für Riehens ersten Titel in der 63-jährigen Geschichte der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) gesprochen. Denn während Réti gegen den Stadtrivalen verlor, feierte Riehen gegen Schlussrunden-Organisator Winterthur einen ungefährdeten 5½:2½-Sieg und ging als erster NLA-Klub seit fünf Jahren (SG Zürich) mit dem Punktemaximum in den finalen Durchgang. Beim klaren Erfolg gegen Winterthur war Riehen erstmals in dieser Saison mit seiner Nummer 1 GM Vadim Milov (Remis gegen IM Nico Georgiadis) angetreten. Gegen Réti fehlte der Drittplatzierte der diesjährigen Schweizer Einzelmeisterschaft dann aber, weil er gegen seinen ehemaligen Klub nicht spielen wollte.

Bronze ging nach einem spannenden Zweikampf mit dem punktgleichen Genf an das in der Schlussrunde gegen Luzern (5.) siegreiche Zürich – dank 4½ Einzelpunkten Vorsprung auf die Genfer. In die Nationalliga B absteigen müssen Mendrisio und Trubschachen – die 2007 noch Meister gewordenen Tessiner drei Jahre nach ihrem Wiederaufstieg, die Emmentaler nach nur einer Saison.

Erfolgreichster Einzelspieler der diesjährigen Saison war der 44-jährige Sebastian Schmidt-Schaeffer aus dem Team von Vizemeister Riehen. Der promovierte Chemiker, der nicht einmal einen FM-Titel trägt, erreichte 8½ Punkte aus neun Runden und sorgte damit für das zweitbeste je erzielte Resultat in der Nationalliga A. Erfolgreicher war nur GM Vadim Milov, der 2004 das Maximum von 9 aus 9 geholt hatte. Sebastian Schmidt-Schaeffer schaffte damit die erste IM-Norm in seiner langen Karriere. Fast hätte es für einen Riehener Spieler und Landsmann von Schmidt-Schäffer auch noch eine Grossmeister-Norm gegeben. Doch dem 22-jährigen IM Andreas Heimann, der 2009 mit 8 aus 9 für das drittbeste Resultat in der NLA-Geschichte gesorgt hatte, fehlte ein halber Punkt. Er kam nach einem Remis gegen GM David Marciano in der Schlussrunde «nur» auf 6½ aus 9 – für seine zweite GM-Norm nach dem European Club Cup 2013 auf Rhodos wären 7 aus 9 nötig gewesen.

NLA-Schlussrangliste nach 9 Runden

1. Réti 16 (47½/Schweizer Meister 2014). 2. Riehen 16 (46½). 3. Zürich 14 (46½). 4. Genf 14 (42). 5. Luzern 10 (41). 6. Winterthur 7 (36). 7. Schwarz-Weiss 6 (30½). 8. Neuenburg 5 (27½). 9. Mendrisio 2 (24½/Absteiger). 10. Trubschachen 0 (18/Absteiger).

Die erfolgreichsten Punktesammler in der NLA: Sebastian Schmidt-Schaeffer (Riehen) 8½ Punkte aus 9 Partien (IM-Norm), GM Yannick Pelletier, GM Christian Bauer und GM Lothar Vogt (alle Zürich) je 7/9, IM Ioannis Georgiadis (Réti) 6½/8, GM Oliver Renet, IM Andreas Heimann (beide Riehen) und GM Robert Fontaine (Réti) je 6½/9, IM Jean-Noël Riff (Genf) 6/8, GM Robert Hübner, IM Beat Züger (beide Luzern) und IM Nicolas Brunner (Riehen) je 6/9, GM David Marciano (Réti) und FM Lars Rindlisbacher (Zürich) je 5½/8.

Einzelbilanz des Riehener NLA-Teams

Sebastian Schmidt-Schäffer 8½/9, GM Olivier Renet 6½/9, IM Andreas Heimann 6½/9, IM Nicolas Brunner 6/9, GM Jörg Hickl 3½/9, IM Bela Toth 5½/8, GM Ognjen Cvitan 4/8, FM Nicolas Grandadam 2½/6, IM Ralph Buss 2½/3, GM Vadim Milov ½/1, FM Matthias Rüfenacht ½/1.

 Bericht; Peter Erismann

 

Zuletzt geändert am: Montag, den 20. Oktober 2014 um 09:06 Uhr
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