Osnabrück ist deutscher Fernschach-Meister 2014/2015

Geschrieben von Bob Chessman Sonntag, den 13. Dezember 2015 um 04:30 Uhr
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Osnabrück ist Fernschach-Meister 2014/2015

Fernschach osnabrück

V.l.n.r. Klaus Koegler, Gerhard Müller, Matthias Rüfenacht, Heinrich Repp (Foto: Heike Bekemann)

Der zehnte Deutsche Fernschach-Mannschaftsmeister 2015 kommt aus Osnabrück! Eigentlich lebt zwar nur Mannschafts-Kapitän Gerhard Müller in der Remarque-Stadt am (mehr oder weniger reissenden) Hase-Else-Flussdelta, aber natürlich sind seine Crew-Mitglieder Klaus Kögler, Heinrich Repp und Matthias Rüfenacht ebenfalls Mitglied im SV Osnabrück.

Mit Fernschach-Grossmeister Matthias Rüfenacht ist sogar ein Basler dabei. Und gerade der freut sich wie ein Schneekönig: "Als Schweizer Bürger Mannschafts-fernschachmeister in dem Land zu werden, dem seit Jahrzehnten meine Sympathie gehört und in dem ich meine Frau Annette kennenlernen durfte, mit der ich bald 33 Jahre glücklich verheiratet bin, macht diesen Erfolg zu einen meiner schönsten im Fernschach überhaupt."

Weil Fernschach die wissenschaftliche Variante des Schachs ist, in der ohne Aufregung viele Winkel des Bretts ausgeforscht werden können und viele "feiste Fehler" (Hübner) vermieden werden können, ist die Remis-Quote in den Turnieren natürlich hoch. Andererseits: Es könnte natürlich keinen Sieger geben, hätte man ausschließlich remisiert. Beim Sieger Osnabrück erzielten also die ersten drei Bretter jeweils 4,5 aus 8 und GM Rüfenacht gelangen sogar 5,5 Punkte – so werden Legenden gemacht.

In der Reihung ihrer Bretter, an die sich die Spieler für zwei Jahre festgeschmiedet fanden, spielten sie so:

1.) GM Gerhard Müller 4,5/8, 2.) GM Klaus Kögler 4,5/8, 3.) SIM Heinrich Repp 4,5/8, 4.) GM Matthias Rüfenacht 5,5/8

Die Züge werden im modernen Fernschach kaum noch per Postkarte und auch immer weniger per e-mail ausgetauscht,  sondern man bedient sich eines Servers, wie ihn die meisten Spieler am ehesten für das Blitzschach vom Schachkonzern Chessbase kennen. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass ein Spieler auf dem Fernschach-Server eben nicht drei oder fünf Minuten für die Partie vorgibt, sondern zumeist 50 Tage für 10 Züge.

"Erlaubt ist alles, was die Steckdose und der Verstand hergeben", sagte der 1956 geborene Fernschach-Großmeister Rüfenacht. Wenn er das Weisse im Auge dess Gegners sehen möchte, spielt der FM (Elo 2327) für Brombach in der Oberliga Baden, also in Deutschland, aber eben auch im Rütli-Staat in der Schweizer Nationalliga (B). "Man darf bei der Partie Bücher benutzen, natürlich auch den Computer, man kann sich im Team oder mit sonst wem beraten, man kann auf dem Brett alle Figuren anfasssen und bewegen, man kann zwischen seinen Zügen Urlaub machen, es geht einfach alles. Man darf sich nur nicht verschreiben, weil der abgeschickte Zug nicht zurückgenommen werden darf."

Wie aber kam es nun zu diesem Erfolg? Ich übergebe nochmals an GM Rüfenacht: "Es war ein spannendes Rennen zwischen dem Titelverteidiger Spandau Berlin und Osnabrück entschieden wurde. Die Osnabrücker sind nun schon zum vierten Mal Meister geworden, hinzu kommen noch zwei zweite Plätze – und diese jeweils zwei Jahre dauernde Meisterschaft gibt es erst seit 1995/1997!

Bericht: Ralf Mulde

 

Zuletzt geändert am: Sonntag, den 13. Dezember 2015 um 12:37 Uhr
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