Riehen, das Schachmekka der Region

Geschrieben von Bob Chessman Donnerstag, den 08. Juni 2017 um 02:36 Uhr
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 Riehen, das Schachmekka der Region

In Riehen wird Spitzenschach gespielt. Die Schachgesellschaft sehnt sich nach dem ersten Meistertitel.

Von Tobias Gfeller, Artikel in der Zeitung "Vogel Gryff",  8. Juni 2017

Vogel Gryff

Rechts die Riehener Junioren Elio Jucker und Krithik Chockalingam 


 Schach ist, wenn es während den Partien äusserst still ist, Spieler gedankenversunken auf das Brett starren und die Dame im Leben der Männer die Königin ist. Schach ist aber auch, wenn ein Kind gegen einen Pensionär um Meisterschaftspunkte spielt. So geschehen an einem Samstagnachmittag Ende Mai im Haus der Vereine. Die dritte und vierte Mannschaft der Schachgesellschaft Riehen tragen ihre Ligapartien aus. Bei der SG Riehen spielen auch Kinder und Jugendliche mit.

In jeder Liga

Das ist typisch für die SG Riehen, die sich seit der Gründung der Jugend- schachgruppe 1969 intensiv der Nachwuchsarbeit verschrieben hat. Die damaligen Vorstandsmitglieder seien sich bewusst gewesen, dass die Schachgesellschaft ohne Nachwuchsarbeit sterben würde, erklärt der aktuelle Nachwuchschef René Deubelbeiss. «Die Jugendschachgruppe ist sowohl qualitativ wie auch quantitativ enorm wichtig für uns. Dadurch wurde die SG Riehen immer mehr zum Magnet für junge Schachspieler aus der ganzen Region.» Bei der SG Riehen bekommen die Jungen früh die Chance, bei den Erwachsenen um Meisterschaftspunkte zu spielen. «Wir haben von der dritten Liga bis in die Nationalliga A in jeder Stufe eine Mannschaft. Das bietet den Jungen natürlich viele Chancen und ist zugleich eine grosse Motivation», sagt René Deubelbeiss.  

Schach wird unterschätzt


Was macht die Faszination von Schach für Kinder und Jugendliche aus, die heute scheinbar nur noch auf Action abfahren? «Schach ist wie ein Rätsel. Das fasziniert auch Junge», ist Vereinspräsident Ruedi Staechelin überzeugt. Schach sei überhaupt keine trockene Materie, wie es vielfach dargestellt wird. «Schach ist sehr vielseitig. Es   braucht Mathematik, Psychologie und Ausdauer. Dazu braucht es enorm viel Willen zum Lernen.» 

Schach werde von Aussenstehenden oft unterschätzt, glaubt Robert Stritmatter, Aktuar und so etwas wie der Chronist der SG Riehen. «Schach ist ein Mannschaftssport, was gerade bei Jungen seinen Reiz hat. Gemeinsame Reisen an Turniere sind oft mit unvergesslichen Erlebnissen verbunden.» Eine gute Nachwuchsförderung garantiert aber noch kein Spitzenschach. Während in den 1970er Jahren Allschwil und Basel den Ton im nationalen Schach angaben und Riehen keine nennenswerte Rolle spielte, kämpft die SG Riehen nun seit Jahren in der NLA um den Schweizermeistertitel mit, verpasste diesen aber gleich mehrfach knapp.

Diese Saison soll sich dies nun ändern. Zwar seien Genf und Zürich leicht zu favorisieren, doch zusammen mit Winterthur gehöre die SG Riehen zu den ersten Herausforderern, verrät Peter Erismann, Verantwortlicher für das Spitzenschach. Dieses ist finanziell strikte getrennt vom Rest des Vereins.

Dank Mäzenen können Spitzenspieler für die NLA-Mannschaft verpflichtet werden. «Das Niveau ist für die eigenen Spieler schlichtweg zu hoch», betont Erismann. Dass es irgendwann ein Riehener in die erste Mannschaft schafft, schliesst er aber nicht aus.


Konstante Personalpolitik
 
Das Kader besteht aus zehn Spielern. Davon haben drei den Schweizer Pass. Der Vorstand verfolge dabei seit Jahren eine klare Marschroute, beschreibt Präsident Staechelin. «Wir haben unsere Prinzipien, zahlen keine exorbitanten Summen und setzen vor allem auf eine konstante Personalpolitik und ein funktionierendes Mannschaftsgefüge. Wir möchten, dass sich auch die Spitzenspieler mit dem Verein identifizieren. Basiert das Ganze nur auf Geld, fehlt die Bindung zum Verein.» Und die Identifikation mit dem Verein wird gross geschrieben. Ein aktives Vereinsleben mit vielen kleinen Turnieren und Veranstaltungen zählt genauso wie die Erfolge in der Meisterschaft.
Zuletzt geändert am: Donnerstag, den 08. Juni 2017 um 11:26 Uhr
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